FAQ: UV-Strahlung, Sonne und Krebs
Die Sonne ist wichtig für unser Wohlbefinden. Eine übermäßige Belastung durch ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben und insbesondere das Hautkrebsrisiko erhöhen. Wie kann man die Sonne genießen und sich gleichzeitig wirksam schützen? Welche Schutzmaßnahmen sollte man beachten? Und von welchen weitverbreiteten Irrtümern sollte man sich verabschieden?
In dieser FAQ finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu UV-Strahlung, Sonnenexposition und Krebsrisiken.
Schützt Kleidung wirklich gegen UV-Strahlung?
Kleidung ist die erste – und sehr wirkungsvolle – Verteidigungslinie gegen die UV-Strahlung – entscheidend ist allerdings, welche Kleidung Sie tragen.
Je besser der Körper bedeckt ist (langärmeliges Oberteil, Hose), desto besser ist die Haut geschützt. Tragen Sie Hut, Sonnenbrille und am besten Kleidung aus möglichst dicht gewebten Materialien. Je dichter der Stoff ist, desto besser schützt er. Darum bieten synthetische Materialien (Lycra, Acryl, Polyester usw.) einen besseren Schutz als natürliche Materialien wie Baumwolle und Wolle.
Bei sehr hohen Temperaturen bietet weite Kleidung, bei der eine Luftschicht zwischen Haut und Stoff liegt, einen höheren Tragekomfort.
Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung nicht nass wird, und tragen Sie keine nasse Kleidung: Nasse Kleidungsstücke verlieren einen Teil ihrer schützenden Wirkung. Ein weißes T-Shirt zum Beispiel bietet mit einem UPF (Ultraviolet Protection Factor) von sieben einen durchschnittlichen Sonnenschutz; wenn es nass ist und damit durchscheinender, hat es nur noch einen UPF von drei.
Was ist der UPF genau?
Der Ultraviolet Protection Factor, zu Deutsch UV-Schutzfaktor, wird für Textilien angegeben.
Jedes Kleidungsstück, dessen UPF angegeben ist, wurde auf seinen UV-Schutzfaktor getestet. Je höher der UPF ist, desto besser schützt das Kleidungsstück.
Der höchste UPF ist 50+. Er bedeutet, dass das Kleidungsstück die bedeckten Körperpartien bis zu 97,5% gegen UV-Strahlung schützt.
Sollte man ins Solarium gehen, um seine Haut an die Sonne zu gewöhnen?
Nein. Von Besuchen im Sonnenstudio ist dringend abzuraten, in manchen Ländern sind kommerzielle Sonnenstudios sogar verboten, etwa in Australien. Auch in Belgien denkt man aktuell über ein solches Verbot nach. Die Belastung mit künstlicher UV-Strahlung (Sonnenbank) kommt noch zu der Belastung durch die natürliche UV-Strahlung hinzu und hat keinerlei medizinischen Nutzen. Die künstliche Bräunung ist nur oberflächlich und hat nicht dieselbe Wirkung wie eine natürliche Bräunung.
Bin ich im Schatten geschützt?
Nicht vollständig. Schatten reduziert die direkte UV-Belastung, beseitigt sie aber nicht: Bis zu 50 % der UV-Strahlung können die Haut auch im Schatten erreichen – durch Reflexionen vom Boden, Wasser, Sand oder umliegenden Wänden sowie durch diffuse Strahlung aus dem Himmel. Schatten aufzusuchen ist daher eine wichtige Schutzmaßnahme, sollte aber mit bedeckender Kleidung und Sonnenschutzmittel kombiniert werden, insbesondere bei einem UV-Index von 3 oder höher.
Ist vorgebräunte Haut geschützt?
Nein, oder nur sehr wenig. Bräunung ist eine Abwehrreaktion der Haut auf UV-Strahlung. Sie ist ein Zeichen dafür, dass die Hautzellen durch UV-Strahlung geschädigt wurden, und kein Zeichen für einen guten Schutz. Auch bei gebräunter Haut ist es daher unerlässlich, sich weiterhin vor der Sonne zu schützen.
Dringen UV-Strahlen durch Fensterscheiben?
Herkömmliche Fensterscheiben halten fast alle UVB-Strahlen ab, die hauptsächlich für Sonnenbrand verantwortlich sind, lassen jedoch einen großen Teil der UVA-Strahlen durch. Diese dringen tiefer in die Haut ein und tragen zur Hautalterung sowie zum Hautkrebsrisiko bei.
Daher kann man auch hinter einer Fensterscheibe – etwa im Auto, im Zug oder in einem sehr sonnigen Büro – UVA-Strahlung ausgesetzt sein.
Ein UV-Schutz kann deshalb auch in Innenräumen sinnvoll sein.
Ich habe dunkle Haut. Bin ich geschützt?
Ihre Hautfarbe beeinflusst Ihre Sonnenempfindlichkeit, aber kein Hauttyp ist vollständig geschützt.
Jeder Mensch hat einen bestimmten Hauttyp (Phototyp), der beschreibt, wie die Haut auf Sonneneinstrahlung reagiert. Er hängt hauptsächlich von der Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie davon ab, wie leicht die Haut bräunt oder einen Sonnenbrand bekommt.
Menschen mit einem hellen Phototyp (sehr helle oder helle Haut) bekommen in der Regel schneller einen Sonnenbrand. Dunklere Phototypen enthalten mehr Melanin, ein Pigment, das einen Teil der UV-Strahlung absorbiert. Dadurch ist ihr Sonnenbrandrisiko geringer.
Unabhängig von Ihrem Phototyp kann UV-Strahlung Ihre Haut schädigen und Hautkrebs verursachen. Auch Menschen mit dunkler Haut können betroffen sein, selbst wenn ihr Risiko geringer ist. Zudem wird Hautkrebs bei ihnen teilweise erst in einem späteren Stadium diagnostiziert, was schwerwiegendere Folgen haben kann.
Unabhängig von Ihrem Phototyp gelten daher dieselben Empfehlungen: Vermeiden Sie bei einem UV-Index von 3 oder höher längere Aufenthalte in der Sonne, suchen Sie Schatten auf, tragen Sie schützende Kleidung und verwenden Sie auf unbedeckten Hautstellen einen geeigneten Sonnenschutz.
Warum sind Kinder besonders empfindlich gegenüber der Sonne?
Die Haut von Kindern ist dünner, und ihre Schutzmechanismen gegen UV-Strahlung sind noch nicht vollständig entwickelt. Sonnenschäden in der Kindheit summieren sich im Laufe des Lebens.
Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Risiko, im Erwachsenenalter an Hautkrebs zu erkranken. Babys unter 6 Monaten sollten niemals direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Bei älteren Kindern sollten Schatten, bedeckende Kleidung, ein Sonnenhut, eine Sonnenbrille und ein geeigneter Sonnenschutz bevorzugt werden.
Sonnencreme, Sonnenöl, Spray … Was ist der Unterschied?
Bei gleichem LSF bieten alle Sonnenschutzprodukte das gleiche Schutzniveau. Der Hauptunterschied liegt in ihrer Textur und der Art der Anwendung, sodass jeder das Produkt wählen kann, das ihm am besten zusagt.
Creme, Milch, Lotion, Gel, Öl, Stick oder Spray können gleichermaßen wirksam sein, sofern sie einen geeigneten LSF und einen Breitbandschutz gegen UVA- und UVB-Strahlen bieten und in ausreichender Menge aufgetragen werden.
Sprays sind praktisch, müssen jedoch großzügig aufgetragen und gleichmäßig auf der Haut verteilt werden, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Auch Sonnenöle schützen nur dann wirksam, wenn sie ausdrücklich als Sonnenschutzprodukte formuliert sind und auf der Verpackung ein LSF angegeben ist.
Schützen Kokosöl, Olivenöl oder andere natürliche Öle vor der Sonne?
Pflanzliche Öle wie Kokosöl, Olivenöl oder Mandelöl bieten keinen wirksamen Schutz vor UV-Strahlung und ersetzen kein Sonnenschutzmittel.
Wer sie anstelle eines Sonnenschutzmittels verwendet, setzt seine Haut daher stärker der UV-Strahlung aus und erhöht damit das Risiko für Sonnenbrand und langfristig für Hautkrebs.
Bekomme ich einen Vitamin-D-Mangel, wenn ich mich vor der Sonne schütze?
Das Vitamin D, das die Haut bei Sonneneinstrahlung bildet, ist wichtig für die Gesundheit von Knochen und Zähnen.
Die Haut bildet bei Sonneneinstrahlung rasch Vitamin D. Eine längere Sonnenexposition ist nicht erforderlich, um den Vitamin-D-Spiegel aufrechtzuerhalten. Im Frühling und Sommer reichen täglich 10 bis 15 Minuten in der Sonne aus, damit der Körper die benötigte Menge an Vitamin D bilden kann.
Auch der Verzehr Vitamin-D-reicher Lebensmittel wie Lebertran, fettreicher Fisch oder Eigelb kann dazu beitragen, einem Mangel vorzubeugen.
Was bedeutet der LSF eines Sonnenschutzmittels?
Der LSF (Lichtschutzfaktor; englisch SPF für Sun Protection Factor) gibt den Schutz vor UVB-Strahlen an, die hauptsächlich für Sonnenbrand verantwortlich sind.
Je höher der LSF, desto stärker der Schutz vor UVB-Strahlung:
- LSF 15: mittlerer Schutz;
- LSF 30: hoher Schutz;
- LSF 50 oder 50+: sehr hoher Schutz.
Damit ein Sonnenschutzmittel wirksam ist, muss es in ausreichender Menge aufgetragen und alle zwei Stunden sowie nach dem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen mit einem Handtuch erneut aufgetragen werden.
Achtung: Der LSF gibt ausschließlich den Schutz vor UVB-Strahlen an. Für einen umfassenden Schutz sollten Sie zusätzlich ein Produkt wählen, das das von einem Kreis umgebene UVA-Logo trägt. Dieses Symbol garantiert einen UVA-Schutz gemäß den europäischen Standards.
Sind Sonnenbänke, UV-Kabinen oder Solarien gefährlich?
Ja. Solarien, UV-Kabinen und Sonnenbänke geben künstliche UV-Strahlung ab, die zusätzlich zur natürlichen Sonnenexposition auf die Haut einwirkt und keinerlei gesundheitlichen Nutzen hat. Sie sind als für den Menschen krebserregend eingestuft und erhöhen das Melanomrisiko erheblich, insbesondere bei einer Nutzung vor dem 35. Lebensjahr. Ihre Nutzung ist in einigen Ländern wie Australien und Brasilien bereits verboten; auch in anderen europäischen Ländern werden Einschränkungen diskutiert.
Entgegen einer weitverbreiteten Annahme bereiten einige Solariumbesuche vor dem Urlaub die Haut nicht wirksam auf die Sonne vor und ersetzen niemals einen Sonnenschutz. Der Europäische Kodex gegen Krebs empfiehlt ausdrücklich, „niemals Solarien zu benutzen“.
Welche Krebsarten werden mit UV-Strahlung in Verbindung gebracht?
UV-Strahlung ist die Hauptursache für Hautkrebs. Die gefährlichste, aber zugleich seltenste Form ist das Melanom. Andere Formen, sogenannte Karzinome, treten häufiger auf, sind jedoch in der Regel besser behandelbar.
UV-Strahlung kann auch die Augen und Augenlider schädigen, wo dieselben Krebsarten auftreten können.
Im Jahr 2020 verursachte eine übermäßige UV-Exposition weltweit mehr als 1,5 Millionen neue Krebsfälle.
Menschen, die im Freien arbeiten, sind besonders gefährdet: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist nahezu jeder dritte Todesfall durch nicht-melanozytären Hautkrebs auf berufliche Arbeit in der Sonne zurückzuführen.
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