Ein sehr häufiges Virus, oft ohne Symptome¨
HPV ist ein äußerst verbreitetes Virus, das hauptsächlich bei sexuellen Kontakten übertragen wird. Über 80 % der sexuell aktiven Menschen kommen im Laufe ihres Lebens damit in Kontakt. In den meisten Fällen klingt die Infektion spontan ab, ohne Symptome zu verursachen. In etwa 10 bis 20 % der Fälle bleibt die Infektion jedoch bestehen und kann im Laufe der Jahre zu Zellveränderungen und sogar zu Krebs führen.
Krebsrisiken durch HPV, die auch Jungen betreffen
HPV ist vor allem durch seine Rolle bei Gebärmutterhalskrebs bekannt: Über 90 % dieser Krebserkrankungen werden durch eine HPV-Infektion verursacht. Das Virus ist jedoch auch für weitere Krebsarten verantwortlich, insbesondere in der Anogenitalregion (Penis, After, Vulva, Vagina) sowie im HNO-Bereich (Mund, Rachen). HPV verursacht somit Krebserkrankungen, die Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.
Die HPV-Impfung ist essenziell
Zum Schutz wird eine Impfung empfohlen. Die Impfung aller, einschließlich der Jungen, spielt eine wichtige Rolle, sowohl für den persönlichen Schutz als auch für die Verringerung der Verbreitung des Virus in der Bevölkerung.
Die HPV-Impfung wird daher für Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen, nach einem 2-Dosen-Schema im Abstand von sechs Monaten. In Luxemburg kann die Impfung beim behandelnden Arzt/bei der behandelnden Ärztin durchgeführt werden und ist kostenfrei.
Empfohlen zwischen 9 und 14 Jahren, kann die HPV-Impfung auch für ältere Jugendliche und junge Erwachsene von Nutzen sein. In Luxemburg wird eine kostenlose Nachholimpfung bis zum 26. Lebensjahr* angeboten, und darüber hinaus für immungeschwächte Personen.
Die Impfung ist auch nach dem 15. Lebensjahr sinnvoll
Die HPV-Impfung richtet sich nicht nur an die Jüngsten. Für Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht geimpft sind oder ihr Impfschema nicht abgeschlossen haben, ist bis zum 26. Lebensjahr* eine kostenlose Nachholimpfung möglich. Diese ist auch nach Beginn des Sexuallebens sinnvoll, da der Impfstoff vor neun Hochrisiko-HPV-Typen schützt, mit denen die Person möglicherweise noch nicht in Kontakt gekommen ist. Die Impfung wird zudem auch für immungeschwächte Personen empfohlen, auch nach dem 20. Lebensjahr.
Ist Luxemburg ein Musterschüler?
Eine 2024 von der Direction de la santé durchgeführte Studie zeigt, dass die Impfquote im Alter von 15 Jahren hoch ist: 81,8 % der Mädchen und 73,1 % der Jungen haben ihr Impfschema mit zwei Dosen abgeschlossen. Bei jungen Erwachsenen nimmt diese Quote jedoch ab, insbesondere bei jungen Männern. Im Alter von 20 Jahren wird die vollständige Impfquote (zwei Dosen) bei Mädchen auf 71,7 % geschätzt, bei jungen Männern hingegen auf nur 24,9 %. Diese Differenz erklärt sich zum großen Teil dadurch, dass männliche Jugendliche erst seit 2018 in das Impfprogramm aufgenommen wurden, während Mädchen seit 2007 Zugang dazu haben.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Impfung junger Erwachsener zwar weiterhin unzureichend ist, die Impfquote bei den Jüngeren jedoch dem von der Weltgesundheitsorganisation (OMS) gesetzten Ziel näherkommt: Mindestens 90 % der 15-jährigen Mädchen und die Mehrheit der Jungen sollen vollständig geimpft sein, um HPV-bedingte Krebserkrankungen nachhaltig zu reduzieren.
Die HPV-Impfung ist in Luxemburg ein wichtiges Thema. Den Impfstatus zu überprüfen und eine Nachholimpfung vor dem 26. Lebensjahr* in Betracht zu ziehen, hilft, HPV-bedingte Krebserkrankungen nachhaltig zu reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt darüber.
* Die Nachholimpfung steht Personen im Alter von 15 bis 20 Jahren weiterhin zur Verfügung. In den nächsten drei Jahren wird die Nachholimpfung zusätzlich für Personen im Alter von 21 bis 26 Jahren angeboten. Die Wirksamkeit der HPV-Impfung ist jedoch am besten, wenn sie frühzeitig, idealerweise vor dem 15. Lebensjahr, begonnen wird, da die Infektionsrate in diesem Zeitraum niedrig ist. (Mehr Informationen: Avis CSMI du 03/02/2026)
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