HPV: Der heimliche Mitbewohner

Etwa 80 % der sexuell aktiven Bevölkerung kommt im Laufe ihres Lebens mit HPV in Berührung.

(Informationen im Februar 2026 aktualisiert)

25 Juni 2023
HPV

Mit den Frühlingsgefühlen beginnt auch die Saison für das Humane Papillomvirus (HPV), das vor allem bei jungen Menschen zur Hochform aufläuft. HPV ist ein Virus, das sexuell übertragen wird und vor allem die Geschlechtsorgane, den Analbereich und den Hals-und Rachenraum befällt. Es gibt rund 200 verschiedene HPV-Typen, von denen nicht alle gefährlich sind. Eine Ansteckung kann durch sexuellen Kontakt, Hautkontakt oder Kontakt mit infizierten Oberflächen erfolgen, Faktoren wie viele Sexualpartner erhöhen das Ansteckungsrisiko.

Was ist HPV? 

HPV ist eine sexuell übertragbare Infektion, die man jedoch nicht immer bemerkt. Manchmal schlummert das Virus sogar jahrelang unbemerkt im Körper und verschwindet nach 1-2 Jahren wieder.

Allerdings ist nicht jede HPV-Infektion gleich. Einige HPV-Typen sind wie Niedrigrisiko-HPV-Typen - größtenteils harmlos. Diese können zwar im Genitalbereich Warzen auslösen, allerdings sind diese in der Regel gutartig – also nicht gefährlich. Andere HPV-Typen sind jedoch Hochrisiko-HPV-Typen, von denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt, dass zwölf von ihnen hochriskant sind. Diese Infektionen entwickeln sich unter Umständen zu Krebsvorstufen, aus denen bösartige Tumoren entstehen können.

Man kann sich vor einer HPV-Infektion und deren Folgen schützen. Eine Möglichkeit ist die HPV-Impfung. Ein weiterer Schutz ist das Verwenden von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, welches jedoch keinen vollständigen Schutz bietet, da das Virus auch durch andere Arten von sexuellem Kontakt übertragen werden kann.

Es ist wichtig, über HPV und dessen Auswirkungen informiert zu sein und regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung durchzuführen, um mögliche Krebsvorstufen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.
 

Idealerweise lässt man sich vor den ersten sexuellen Kontakten gegen HPV impfen

Gebärmutterhalskrebs durch HPV? 

Bei einer Ansteckung mit einem Hochrisiko-HPV-Typen kann es passieren, dass in der Schleimhaut der Gebärmutter eine kleine Verletzung entsteht und sich die Zellen infizieren.

In 80–90 % der Fälle verschwindet die Infektion innerhalb von 1 bis 2 Jahren von selbst. In den übrigen Fällen bleibt die Infektion bestehen und kann zu präkanzerösen Läsionen (Krebsvorstufen) führen. Eine verletzte Schleimhaut bedeutet nicht automatisch, dass später ein Krebs entsteht. Aber jedes Jahr bekommen etwa 35.000 Frauen in Europa auf diese Art und Weise Gebärmutterhalskrebs.

Zur Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs wird für alle Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren ein regelmäßiger Vaginalabstrich im Abstand von drei Jahren empfohlen, auch für geimpfte Frauen. Diese einfache, wirkungsvolle und schmerzfreie Methode ermöglicht es, Anomalien bereits im Frühstadium zu entdecken.

Wie läuft die HPV-Impfung in Luxemburg ab?

In Luxemburg impfen Kinderärztinnen, Allgemeinärztinnen und Gynäkolog*innen gegen HPV.

Im Rahmen des nationalen Impfprogramms des Gesundheitsministeriums ist die Impfung kostenlos für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren und besteht aus zwei Injektionen in den Oberarm.

Die Impfung für Jungen wurde 2018 eingeführt, um sie vor HPV-Infektionen und HPV-bedingten Krebserkrankungen zu schützen und zugleich die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung zu verringern.

Für Jugendliche, die mit 14 Jahren noch nicht geimpft sind, ist eine kostenlose Nachholimpfung bis zum Alter von 21 Jahren möglich.

Über das Alter von 21 Jahren hinaus wird die Impfung gegen HPV für immunsupprimierte Frauen und Männer sowie für sexuell aktive homosexuelle Männer empfohlen. In diesem Fall sind drei Impfungen erforderlich; diese sind kostenpflichtig.

99 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind auf HPV zurückzuführen

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