Impfung

Einige Zahlen und Daten

Krankheitserreger wie Viren und Bakterien sind verantwortlich für 20 % aller Krebserkrankungen weltweit. Dazu zählen unter anderem:

  • Humane Papillomviren (HPV), die Ursache für die meisten Karzinome an Gebärmutterhals und Anus sowie für einen Teil der HNO-Karzinome sind; 
  • das Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus, die Leberkrebs verursachen.

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das Ursache für ein Magenkarzinom sein kann. Dagegen gibt es keine Impfung, doch die Infektion kann mit Antibiotika behandelt werden.

Gesung bleiben: Impfung

Papillomviren im Fokus (HPV)

Impfung: Fokus auf Papillomviren (HPV)

Humane Papillomviren (HPV) lassen sich in über 200 verschiedene Typen einteilen. Während die meisten als Niedrigrisiko-Typen gelten, werden einige auch als Hochrisiko-Typen klassifiziert (die Typen 16, 18, 31, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59), da sie Ursache für Krebserkrankungen sein können.

Die Niedrigrisiko-HPV-Viren (6 und 11) können Genitalwarzen (Kondylome) verursachen, die zwar gutartig, aber unangenehm sind. 

HP-Viren sind die häufigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Die Mehrheit der Bevölkerung kommt im Laufe ihres Lebens mit den HPV in Berührung. Die Infektionen heilen meist von selbst aus, doch 10 bis 20% aller Menschen bleiben dauerhaft infiziert. Für sie besteht ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Krebs am Gebärmutterhals, im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und an den Geschlechtsorganen.

Insgesamt können die verschiedenen HP-Viren nicht weniger als sechs Krebsarten verursachen.

HP-Viren werden beim Sex – mit und ohne Penetration – leicht über den direkten Hautkontakt im Intimbereich übertragen. Kondome, die gegen viele sexuell übertragbare Krankheiten schützen, schützen also nur bedingt gegen HP-Viren.
 
Die Infektion bleibt im Allgemeinen unbemerkt und verschwindet in 80 bis 90 % der Fälle nach 8 bis 14 Monaten von selbst. Nur 10 bis 20 % der Infektionen werden chronisch und entwickeln sich unter Umständen zu Krebsvorstufen, aus denen bösartige Tumoren entstehen können.

Die Impfung ist ein wirkungsvoller Schutz gegen die wichtigsten HP-Viren. Der nonvalente Impfstoff Gardasil 9 schützt gegen neun Genotypen der HP-Viren: 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Dank seines breit gefächerten Wirkspektrums kann der Impfstoff die Mehrzahl der Gebärmutterhalskrebse sowie viele weitere HPV-bedingte Krebsarten verhindern.

In Luxemburg stellen die Gesundheitsbehörden (die Direction de la santé) der Ärzteschaft den HPV-Impfstoff (der in das nationale Impfprogramm aufgenommen wurde) zur Verfügung. Empfohlen wird die Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfung erfolgt durch die Injektion von zwei Dosen im Abstand von sechs Monaten. Für diese Altersgruppe ist die Impfung kostenlos. Sie kann von Haus- und Kinderärzt*innen sowie Gynäkolog*innen vorgenommen werden. Denken Sie beim Impftermin Ihres Kindes an den Impfpass, sodass die verabreichte Impfung und der Impfstoff vor Ort in der Praxis eingetragen werden können.

Über das Alter von 15 Jahren hinaus wird die Impfung für junge immunsupprimierte Patien*innen sowie sexuell aktive homosexuelle Männer empfohlen. Für Patient*innen über 15 Jahren wird ein dreistufiges Impfschema (0, 2 und 6 Monate)  empfohlen.

Eine HPV-Infektion kann mindestens sechs Arten von Krebs verursachen:

  • Bei der Frau kann sie zur Entwicklung von Gebärmutterhals-, Vulva- und Vaginalkrebs führen.
  • Beim Mann kann sie Peniskrebs verursachen.
  • Bei beiden Geschlechtern kann sie ursächlich für die Entwicklung eines Analkarzinoms oder von Krebs im Hals- und Rachenraum sein.

Ja! Zur Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs wird für alle Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren ein regelmäßiger Vaginalabstrich im Abstand von drei Jahren empfohlen. Diese Empfehlung gilt auch für geimpfte Frauen. Den Abstrich nimmt im Normalfall Ihr*e behandelnde*r Gynäkolog*in. Diese einfache, wirkungsvolle und schmerzfreie Methode ermöglicht es, Anomalien bereits im Frühstadium zu entdecken.

Ja! Eine chronische Infektion begünstigt nicht nur die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bei der Frau, sondern kann auch Ursache für Krebserkrankungen des HNO-Bereichs, des Anus und des Penis beim Mann sein. Man geht davon aus, dass 60 % der HNO-Tumoren auf HPV16 zurückgehen. Eine Impfung mit Gardasil9, das gegen neun Virenstämme wirksam ist, ist im Rahmen des nationalen Impfprogramms für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis einschließlich 13 Jahren kostenlos.

Nach einer Impfung entwickelt der Organismus spezifische Antikörper gegen die Krankheit. Dieser als Serokonversion bezeichnete Vorgang verläuft progressiv. Die Schutzwirkung des Impfstoffs gegen die Krankheit tritt bei einstufigen Impfstoffen, die nur einmal verabreicht werden müssen (Grippe, Hepatitis A, Gelbfieber), nach zwei bis drei Wochen ein. Handelt es sich um einen zwei- oder dreistufigen Impfstoff, besteht der Schutz bereits nach der ersten Dosis, hält aber nur dann langfristig an, wenn alle Dosen verabreicht werden.

Hepatitis B im Fokus

Hepatitis B ist eine Krankheit, die durch die Infektion mit einem Virus gleichen Namens verursacht wird. Die Infektion kann zu Leberschäden bis hin zu einer Leberinsuffizienz, Leberkrebs und im schlimmsten Fall zum Tod führen. 

Typische Symptome sind Unwohlsein, Appetitverlust, Grippesymptome, Erschöpfung, Kopfschmerzen sowie eine Gelbfärbung von Haut und Augen.

Eine Hepatitis B tritt bei Erwachsenen häufig plötzlich auf und ist von kurzer Dauer, doch bisweilen wird die Infektion auch chronisch. Je länger sie andauert, umso höher wird das Risiko für eine Schädigung wie zum Beispiel Leberkrebs. Noch größer wird das Risiko, wenn der oder die Betroffene außerdem Alkohol konsumiert oder wenn auch noch eine Hepatitis-C- Infektion vorliegt.

In den meisten europäischen Ländern leidet weniger als ein Prozent der Bevölkerung an einer chronischen Hepatitis-B-Infektion.

Am häufigsten kommt die chronische Hepatitis bei Kindern unter zehn Jahren vor.

Impfung: Fokus auf Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. So kann es bei der Geburt zu einer Übertragung zwischen einer infizierten Mutter und ihrem Kind kommen, außerdem beim Kontakt mit kontaminierten Nadeln oder kontaminiertem Blut, bei sexuellen Kontakten und bei einem engen Kontakt zwischen zwei Kindern.

Über Luft, Nahrung oder Wasser hingegen kann das Virus nicht übertragen werden.

Das Risiko für eine chronische Hepatitis B und in der Folge für einen Leberkrebs ist erhöht, wenn die Infektion innerhalb der ersten zehn Lebensjahre erfolgt. Darum ist es von entscheidender Bedeutung, die Übertragung des Virus zwischen Mutter und Kind und zwischen Kindern zu bekämpfen.

Kinder sollten so früh wie irgend möglich geimpft werden.

In Luxemburg wird ein dreistufiges Impfschema empfohlen: im Alter von 2 Monaten, 3 Monaten und 13 Monaten. Im Alter von zwölf Jahren ist eine Auffrischungsimpfung notwendig, sofern sie nicht schon vorher stattgefunden hat.

Die Impfung gegen Hepatitis B garantiert einen vollständigen und langfristigen Schutz.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserer Publikation den ins!der 84.

Das Hepatitis-B-Virus ist ein Risikofaktor für Leberkrebs. Allerdings kann Leberkrebs auch durch andere Faktoren wie Alkohol oder eine Hepatitis-C-Infektion verursacht werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern über sexuell übertragbare Krankheiten. Es ist wichtig, dass Sie offen über Sexualität und mögliche Risiken sprechen. Wählen Sie einen passenden Augenblick und verwenden Sie Formulierungen, mit denen Sie sich wohlfühlen. Bieten Sie an, Präservative zu kaufen, schlagen Sie eine gynäkologische oder ärztliche Untersuchung vor (zu Informationszwecken oder zur Verschreibung eines Verhütungsmittels). Und lassen Sie Ihr Kind impfen.

Das Risiko einer Hepatitis-C-Infektion lässt sich durch den Gebrauch von Kondomen beim Sex verhindern. Außerdem sollte man immer Einmalhandschuhe tragen, wenn die Gefahr besteht, dass man mit den Körperflüssigkeiten eines anderen Menschen in Berührung kommt.

Weitere Informationen liefern folgende Quellen:

Pour en savoir plus

Zum Thema informiert auch der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung

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