Wer raucht in Luxemburg?

- 15. Mai 2011

TABAKKONSUM IN LUXEMBOURG

Wie jedes Jahr seit 2001  präsentiert die Fondation Cancer die Ergebnisse zum Tabakkonsum der Bevölkerung in Luxemburg (Erhebung repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, durchgeführt von TNS ILRES im Jahr 2010 bei 6.061 Personen ab 15 Jahren).

Angesichts des Schwerpunktthemas zum Weltnichtrauchertag nutzte die Fondation Cancer die Gelegenheit zu einem Appell an die politisch Verantwortlichen, die Tabakpreise signifikant anzuheben und das Rauchen in Cafés und Diskotheken zu verbieten. Zur Erinnerung: Der Tabakkonsum führt in Luxemburg jährlich zum Tod von 500-600 Personen.

Die Ergebnisse

Die Erhebung zeigt, dass 24% der luxemburgischen Bevölkerung raucht. Das ist derselbe Wert wie in 2009. Auch gegenüber 2006, 2007 und 2008 gibt es so gut wie keine Änderung – hier lag der Wert bei 25% Rauchern.

Alles in allem kann man sagen, dass mehr Männer als Frauen rauchen: 27% versus 20%.

Was die Altersgruppen betrifft, sind es vor allem die 25-34jährigen, die rauchen (30% Raucher), dicht gefolgt von den 18-24jährigen (29% Raucher).

Beim Thema Passivrauchen zeigt sich: Das Einatmen des Rauches anderer stört 80% der Bevölkerung. Eine Analyse im Detail zeigt, dass sich sogar 58% der Raucher vom Tabakrauch belästigt fühlen.

Was die Aufhörbereitschaft anbelangt, würde eine Mehrheit der Raucher (54%) gerne mit dem Rauchen aufhören, 17% möchten weniger rauchen. Es verbleibt ein harter Kern von 28% Rauchern, die mit ihrem aktuellen Tabakkonsum zufrieden sind.

Angewandt auf die Gesamtbevölkerung in Luxemburg bedeuten diese Zahlen:

  • 76% der Bevölkerung raucht nicht
  • 13% würden gerne mit dem Rauchen aufhören
  • 4 % würden gerne weniger rauchen
  • 7% sind zufrieden mit ihrem Rauchverhalten

Die Studie im Detail: Les habitudes tabagiques au Luxembourg en 2010

Die Schlussfolgerungen der Fondation Cancer

Die aktuellen Zahlen (nur 7% der Raucher zufrieden mit ihrem Rauchverhalten!) können als Ermunterung an die politisch Verantwortlichen verstanden werden, denen gelegentlich der politische Mut fehlt, um Antitabak-Maßnahmen zu erlassen.

Es ist klar, dass sowohl Tabak-Präventionsmaßnahmen als auch Angebote für aufhörwillige Raucher mit Nachdruck fortgesetzt werden müssen. Die Fondation Cancer wird ihre Anstrengungen in diesem Sinn fortführen.

Es liegt auch auf der Hand, dass sich die Anstrengungen auf die ganz Jungen (15-17jährige) sowie die jungen Erwachsenen (18-34jährige) fokussieren müssen. Es sind vor allem politische Maßnahmen, die in diesem Sinne notwendig sind:

  • eine signifikante Erhöhung der Tabakpreise sowie das
  • komplette Rauchverbot in Cafés und Diskotheken, also jenen Orten, die besonders häufig von jungen Menschen besucht werden.

Diese wiederholten Forderungen der Fondation Cancer decken sich auch mit den Forderungen der Weltgesundheitsorganisation, der die vollständige Umsetzung des  Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs besonders wichtig ist.

Aktualisiert am 18. Januar 2012

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