Krebs und Urlaubszeit

Für die meisten von uns ist Urlaub wichtig: um sich zu entspannen, um wieder zu Kräften kommen, um die täglichen Sorgen zu vergessen. Für einen Patienten während (oder nach einer Behandlung) ist es oft weniger selbstverständlich, in Urlaub zu gehen. Weil er sich nämlich mit vielen Fragen herumschlägt. Etwa: “Kann ich überhaupt einen Urlaub machen? Kann ich auch in eine weiter entfernte Gegend fahren? Auf was muss ich aufpassen? Was muss ich da mitnehmen? Was sollte man alles wissen?”

Zuallererst ist zu sagen: Ja, eine Reise anzutreten, ist ganz generell möglich, aber es ist fundamental wichtig, mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen.

Hilfreiche Empfehlungen, wie Sie eine solche Reise vorbereiten können:

  • Vermeiden Sie bestimmte Destinationen (wie  tropische Länder), in denen infektiöse Risiken bei einem Krebsbetroffenen zu nicht unerheblichen Folgen führen können.
  • Sich in höhere Berg-Regionen zu begeben  – davon wird abgeraten, wenn eine Anämie (Blutarmut) vorliegt, die die Sauerstoffaufnahme des Körpers reduziert. Auch von einer Tour in der Wüste wird abgeraten. Stoma-Patienten sollten Reisen in Länder mit geringen Hygienestandards meiden, weil der künstliche Darmausgang sehr viel Pflege mit ausreichend Wasser erfordert.
  • Klären Sie mit Ihrem Arzt ab, ob die entsprechenden Impfungen, die für die jeweiligen Länder üblich sind, gemacht werden können oder nicht.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie an Ihrem Urlaubsort die Adresse eines Arztes oder eines Krankenhauses mit sich führen.
  • Führen Sie Medikamente und Beipackzettel immer direkt mit sich (im Flugzeug: im Handgepäck, nicht im Koffer). Klären Sie mit dem Arzt, ob diese Medikamente Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit vertragen.
  • Vergessen Sie Ihre europäische Sozialversicherungskarte (EHIC) nicht. Sie ersetzt das ehemalige Formular E111 und wird im Falle einer dringenden medizinischen Behandlung  in der Europäischen Union nützlich sein.
  • Informieren Sie sich über die Möglichkeiten des Rücktransports in Ihr Heimatland.

Ratschläge zur Befolgung vor Ort:

  • Um  Infektionen zu vermeiden: Waschen Sie sich sich regelmäßig die Hände; vermeiden Sie es, sich zu erkälten; essen Sie nur ausreichend gekochtes Fleisch und Fische;  benutzen Sie Handschuhe für Arbeiten, die mit einem gewissen Risiko behaftet (Gartenarbeit, Pflücken von Obst, usw.).
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Sonne: Die Einnahme bestimmter Antikrebs-Medikamente verträgt sich nicht immer mit starken Sonnenstrahlen. Wurde beispielsweise gerade eine Strahlentherapie absolviert, so dürfen jene Hautbereiche, die bestrahlt wurden, keinesfalls der Sonne ausgesetzt werden.
  • Baden: Nach einer Strahlentherapie kann die Haut sensibel auf chlorhaltiges Wasser oder Meerwasser reagieren. Sprechen Sie darüber mit dem Arzt, denn es gibt entsprechende Cremes, die die Haut schützen. Bei Atemproblemen ist das Unterwasser-Tauchen verboten.

Mehr Informationen :

Informationsblatt: Als Krebspatient unterwegs (Krebsinformationsdienst)

Aktualisiert am 5. August 2019

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