Die Umwelt – ein idealer Sündenbock??

Immer wieder finden zahlreiche Diskussionen statt, in denen die wichtige Rolle der Umwelt für das Auftreten von Krebs thematisiert wird.

Dazu sollte man erst den Begriff ‚Umwelt’ präzisieren: Wissenschaftler verstehen darunter jede Intervention, die von außen kommt. Die breite Öffentlichkeit versteht den Begriff ‚Umwelt’ manchmal in einem sehr breiten Sinn (und schließt auch Tabak, Strahlen, etc. ein), manchmal aber auch in einem sehr engen Sinn, indem nur auf das Thema ‚Umweltverschmutzung’ fokussiert wird.

Was die Umweltfaktoren betrifft, so sind sich die Experten in einem klar: Rauchen gehört zu den Hauptverursachern von Krebs. Es folgen - weit abgeschlagen – andere Faktoren wie ungenügende körperliche Aktivität, schlechte Ernährung, Alkohol, Fettleibigkeit sowie der Faktor Sonne. Dies alles ist wissenschaftlich nachgewiesen - und es gibt entsprechende Empfehlungen für die Öffentlichkeit in diesem Sinne (darauf basiert der Europäische Kodex gegen den Krebs). So gibt es beispielsweise im Zusammenhang mit dem Tabak, der für ein Drittel der Krebsvorfälle verantwortlich ist, eine klare Botschaft: Man soll nicht rauchen oder sich dem Rauch anderer aussetzen.

Was die Umweltverschmutzung sowie bestimmte elektromagnetische Strahlen als Ursache für die Krebsentstehung betrifft, so liegt vieles im Bereich der Annahmen und Hypothesen. Die Einschätzungen der Experten sind ganz unterschiedlich: die eine Studie beweist das Gegenteil der anderen, manche Studien sind schlecht gemacht, etc. Fazit: Es gibt keinen allgemeinen Konsens in der Wissenschaft.

Wie also soll man sich da zurecht finden? Wem soll man glauben? Welchen Ratschlägen soll man folgen?

  • Zuallererst ist es wichtig zu wissen, dass die Resultate einer einzelnen wissenschaftlichen Studie nicht ausreichen, um die Bevölkerung in Alarmstimmung zu versetzen! Und nachdem es keinen Konsens unter den Experten gibt, sind alle neuen Alarmmeldungen, die in der Presse erscheinen oder von Lobbyisten oder Politikern in die Öffentlichkeit getragen werden, mit großer Vorsicht zu bewerten.
  • Darüberhinaus kann jeder dem « Vorsichts-Prinzip » folgen: ist bei einem Stoff eine krebsverursachende Wirkung bekannt, gibt es entsprechende Empfehlungen der Behörden zum Schutz der Bevölkerung.

 

Aktualisiert am 14. Dezember 2011

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