COVID-19-Impfung bei Krebspatienten

Sollen sich Krebspatienten impfen lassen?

Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer COVID-19-Infektion. Patienten mit soliden Tumoren scheinen allgemein einem erhöhten Risiko ausgesetzt zu sein, insbesondere im Laufe des ersten Jahres nach der Diagnose. Risiko, das auf den Ausgangswert sinkt, falls die Diagnose älter als fünf Jahre ist.

Für jede bösartige Erkrankung gilt, dass eine aktive Erkrankung ein signifikant erhöhtes Risiko für den Krankheitsverlauf von COVID-19 darstellt.

Wissenschaftliche Daten zur Impfung von Krebspatienten sind begrenzt, da Krebspatienten meist von den Studien ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für Studien der Impfstoffe gegen COVID-19.

Die Fachgesellschaften (ESMO European Society for Medical Oncology und ASCO, American Society for Medical Oncology) befürworten jedoch generell die Infektionsimpfung (mit Ausnahme von abgeschwächten Lebendimpfstoffen und replizierbaren Vektorimpfstoffen) auch bei Krebspatienten, die sich einer immunsuppressiven Therapie unterziehen. Diese Fachorganisationen befürworten also die COVID-19-Impfung mit den Impfstoffen, die derzeit auf dem europäischen Markt zugelassen sind.

Es ist zu erwarten, dass der Grad der Wirksamkeit bei bestimmten Krebspatienten mit schwerer Immunsuppression, wie z. B. bei Empfängern von hämatopoetischen Stammzelltransplantationen, generell reduziert ist. Allerdings scheint der Nutzen der Impfung die Risiken deutlich und erheblich zu überwiegen.

Der Zeitpunkt der Impfung hängt vom individuellen Behandlungsszenario ab und soll idealerweise vor Beginn der systemischen Therapie erfolgen. Hat der Patient jedoch bereits mit der Behandlung begonnen, ist es sinnvoll, während der Therapie zu impfen.

Dies wird am besten mit dem Onkologen besprochen.

 

Welche Impfstoffe eignen sich für Krebspatienten?

Aktuell sind in Europa zwei Impfstoffe zugelassen, der von BioNTech/Pfizer und der von Moderna, beide auf mRNA-Basis. Insgesamt haben mRNA-basierte Impfstoffe einen über 90%igen Schutz gegen COVID-19 bei guter Verträglichkeit gezeigt. Beide Impfstoffe werden für Krebspatienten empfohlen.

Allergische Reaktionen scheinen bei Menschen mit einem ausgeprägten allergischen Hintergrund aufzutreten, daher ist es wichtig, diese dem Arzt zu melden.

 

Wann werden Patienten mit Krebserkrankungen geimpft?

Momentan wissen wir dies noch nicht. Folgendes steht zur Zeit fest :

In Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Nationalen Ethikkommission (C.N.E.) vom 29. November hat die Regierung beschlossen, die Impfstoffe gemäß den in einer ersten Phase verfügbaren Mengen an die als vorrangig angesehenen Kategorien zu verteilen, nämlich an die Fachkräfte der Gesundheitsberufe und das Krankenhauspersonal sowie an das Personal von Einrichtungen für ältere Menschen und von Hilfs- und Pflegenetzen sowie an die Personen, die in denselben Einrichtungen wohnen. Über die Priorisierung anderer Personenkategorien wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, je nach Verfügbarkeit zusätzlicher Impfstoffdosen.

Quelle: https://sante.public.lu/fr/actualites/2020/12/communique-strategie-vaccination/index.html

Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten.
 

Wie werden Krebspatienten kontaktiert? 

Auch hier haben wir momentan noch keine Antwort. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

Einige Fragen bleiben aufgrund fehlender Daten unbeantwortet: Langzeitsicherheit, Dauer der Immunität und Impfintervalle. Alle diese Daten spielen eine wichtige Rolle für Krebspatienten oder Personen mit einer Krebsvorgeschichte.

Informierte Zustimmung und gemeinsame Entscheidungen sollten die Regel sein, wenn über Nutzen und Risiken einer Impfung gegen COVID-19 diskutiert wird, um Patienten vor einer doppelten Gefahr zu bewahren: Krebs und Infektion.

Quelle ESMO: https://www.esmo.org/covid-19-and-cancer/covid-19-vaccination

Quelle ASCO: https://www.asco.org/asco-coronavirus-resources/covid-19-patient-care-information/covid-19-vaccine-patients-cancer

 

Aktualisiert am 13. Januar 2021

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