Coronavirus und Krebs

AN KREBS ERKRANKTE PATIENTEN

  • Ich habe Krebs, was ändert sich mit dem Ende der Lockdowns für mich?

Auch wenn der Lockdown aufgehoben ist, sollten Sie weiterhin so vorsichtig sein wie während des Lockdowns und Ihr unmittelbares Umfeld sowie alle Personen, zu denen Sie Kontakt haben, bitten, sich ebenso zu verhalten.

Für Menschen, die eine Krebserkrankung haben und sich gegenwärtig in Behandlung befinden, ist das Infektionsrisiko in der Tat höher. Darum ist es besser, die während des Lockdowns gültigen Regeln auch freiwillig strikt weiter zu befolgen, um etwaige Infektionsrisiken zu vermeiden.

 

  • Wie soll ich mich schützen, wenn ich unterwegs bin?

Verzichten Sie so weit wie möglich auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Wenn sich die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht umgehen lässt, müssen Sie eine Maske tragen, denn dort herrscht Maskenpflicht für alle. Sie gilt in Zügen, Taxis, für Fahrgemeinschaften (sofern es keine physische Trennung zwischen Fahrer und Passagieren gibt) und im Flugzeug. Die Verkehrsunternehmen müssen dafür sorgen, dass die geltenden Distanz- und Hygieneregeln eingehalten werden können.

Wenn Sie unterwegs sind, sollten Sie stets alle empfohlenen Schutzmaßnahmen beherzigen, insbesondere die geltenden Abstandsregeln (mindestens 1 m Abstand zu allen Seiten). Der Abstand muss auch eingehalten werden, wenn Sie sich an öffentlichen Orten und in Geschäften aufhalten.

Wenn Sie alleine unterwegs sind und die Fortbewegung körperlich anstrengend ist (wenn Sie zum Beispiel mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren), ist das Tragen einer Maske nicht unbedingt notwendig und sinnvoll, sofern Sie währenddessen nicht in engeren Kontakt mit anderen Menschen kommen.

https://msan.gouvernement.lu/dam-assets/covid-19/fiches_information/de/Fiche-GB-DE.pdf

https://msan.gouvernement.lu/dam-assets/covid-19/exit/déconfinement-phase2/DE-Deconfinement-2-FB2.pdf

 

  • Wie soll ich mich im Alltag schützen?

Wenn Sie draußen unterwegs sind

Bleiben Sie weiterhin möglichst zu Hause und gehen Sie nur raus, wenn es sich nicht vermeiden lässt (wie während des Lockdowns).

Es wird empfohlen, in der Öffentlichkeit immer eine Maske zu tragen, vor allem in den folgenden Fällen:

- Wenn Sie sich an einen Ort begeben, an dem ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht;

- Wenn Sie sich an einen Ort begeben, an dem es schwierig ist, den Abstand von zwei Meter einzuhalten;

- Wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Auch in Geschäften muss eine Maske getragen werden. Außerdem sind die Zugangsbeschränkungen einzuhalten (im Normalfall ist im Eingangsbereich der Geschäfte angegeben, wie viele Personen sich gleichzeitig dort aufhalten dürfen).

Weiterhin wird das Tragen einer Maske empfohlen, wenn Sie sich in eine Gesundheitseinrichtung oder zu einem Gesundheitsexperten begeben.

Es wird allen Mitgliedern eines Haushalts (außer kleinen Kindern) empfohlen, eine Community-Maske (waschbare Maske aus Stoff) oder eine chirurgische Maske zu tragen, wenn sie Kontakt zu außerhalb des Haushalts lebenden Personen haben und es nicht möglich ist, den Abstand von zwei Metern einzuhalten.

Vergessen Sie nicht, dass es sich bei chirurgischen Masken um Einwegmasken handelt, die alle vier Stunden gewechselt werden müssen.

https://msan.gouvernement.lu/dam-assets/covid-19/net-ouni-meng-mask/200430-santelu-NOMM-DE.pdf

 

Wenn Sie zu Hause Besuch bekommen

Gefährdete Personen sollten folgende Regeln beachten, wenn sie Besuch bekommen:

  • Empfangen Sie nicht mehr Besuch als unbedingt notwendig:
    • Halten Sie, sofern möglich, immer einen Abstand von zwei Metern.
    • Verzichten Sie darauf, einander die Hand zu geben oder sich zu umarmen.
    • Achten Sie darauf, Gegenstände und Oberflächen möglichst nicht zu berühren.
  • Denken Sie daran, dass nicht mehr als sechs Personen zu Besuch kommen dürfen.

Ihr Besuch muss sich bei Ankunft die Hände mit Seife waschen oder mit einer hydroalkoholischen Lösung reinigen und eine Maske tragen.

https://msan.gouvernement.lu/dam-assets/covid-19/exit/d%C3%A9confinement-phase2/DE-Deconfinement-2-FB2.pdf

 

  • Wie soll mein persönliches Umfeld sich verhalten?

Mit Wiederaufnahme des Schulbetriebs oder der Arbeit und der schrittweisen Rückkehr ins gesellschaftliche Leben sollten die Menschen, mit denen Sie zusammenleben, nicht nur die Schutzmaßnahmen beibehalten, die während des Lockdowns galten, sondern auch weitere Maßnahmen berücksichtigen. Sie können unter Umständen einem Infektionsrisiko ausgesetzt sein und Sie oder andere Mitglieder des Haushalts anstecken.

Es wird empfohlen, dass alle Personen, die mit Ihnen zusammenleben, die während des Lockdowns geltenden Regeln und Schutzmaßnahmen auch weiterhin beibehalten.

 

  1.  Ich habe eine chronische Krebserkrankung und bin in Behandlung. Muss ich mein Verhalten wegen des Coronavirus ändern?
     

Wenn Sie wegen einer chronischen Krebserkrankung in Behandlung sind, sollten Sie alle Vorsichtsmaßnahmen streng einhalten und Ihr Umfeld bitten, dies ebenfalls zu tun (Vermeidung/Reduzierung Ihrer Sozialkontakte auf ein Mindestmaß, Einhaltung eines 2 m großen Sicherheitsabstandes zu anderen Menschen, gründliches Händewaschen usw.). Bitten Sie um Unterstützung beim Einkaufen, lassen Sie sich Ihre Lebensmittel liefern usw.

Für Patient*innen, bei denen die akute Therapiephase länger als sechs Monate zurückliegt, besteht kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu anderen Personen – es sei denn, sie leiden an weiteren Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Asthma usw.

 

Ich befinde mich gegenwärtig wegen einer akuten Krebserkrankung in Therapie. Muss ich mein Verhalten wegen des Coronavirus ändern?
 

Patient*innen, die gegenwärtig behandelt werden, sind anfälliger, weil ihre Immunabwehr geschwächt ist. Darum besteht für sie ein höheres Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das gilt vor allem im Fall einer Chemotherapie (und in einem etwas geringeren Maße bei einer Strahlentherapie).

Wenn Sie sich gerade in Therapie befinden, sollten Sie alle Vorsichtsmaßnahmen streng einhalten und Ihr Umfeld bitten, dies ebenfalls zu tun (Vermeidung/Reduzierung Ihrer Sozialkontakte auf ein Mindestmaß, Einhaltung eines 2 m großen Sicherheitsabstandes zu anderen Menschen, gründliches Händewaschen usw.). Bitten Sie um Unterstützung beim Einkaufen, lassen Sie sich Ihre Lebensmittel liefern usw.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Körpertemperatur. Sollten Sie Fieber haben, wenden Sie sich bitte sofort an Ihre(n) Onkolog*in oder das Krankenhaus, in dem Sie behandelt werden.

 

  1. Kann ich mich als Krebspatient*in testen lassen, wenn ich glaube, mich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und entsprechende Symptome habe?
     

Die Entscheidung, ob ein Test notwendig ist, trifft Ihr Behandlungsteam unter Berücksichtigung Ihrer Symptome.

 

  1. Wie sieht es mit meiner Therapie aus? Wird sie verschoben? Soll ich zu meinen Terminen im Krankenhaus gehen?
     

Grundsätzlich werden alle nicht unbedingt notwendigen Untersuchungen und Therapien auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Wenn Sie sich aktuell in einer Therapie befinden, wird diese fortgesetzt, sofern Ihr Behandlungsteam nichts anderes entscheidet.

Gehen Sie darum also zu Ihren Terminen im Krankenhaus, solange das Krankenhaus Ihnen nichts Gegenteiliges mitteilt. Die Entscheidung, ob eine Krebsbehandlung verschoben werden sollte, trifft das medizinische Team von Fall zu Fall.

 

  1. Wie äußern sich die Corona-Symptome bei mir? Unterscheiden sie sich von denen anderer Menschen? Worauf muss ich besonders achten?
     

Die Symptome bei COVID-19 unterscheiden sich nicht von denen anderer Atemwegserkrankungen. Falls Sie sich wegen einer Krebserkrankung in Behandlung befinden und Husten oder Fieber haben, sollten Sie sich an Ihr Behandlungsteam wenden.

 

  1. Was soll ich tun, wenn mein(e) behandelnde(r) Ärzt*in an Covid-19 erkrankt ist?
     

Wenn Ihr(e) Ärzt*in an Covid-19 erkrankt ist, wird sie/er Sie an eine(n) Kolleg*in überweisen.

 

  1. Ich habe eine kardiotoxische Chemotherapie erhalten und bin darum unter kardiologischer Beobachtung. Besteht für mich ein erhöhtes Risiko?
     

Bei Ihnen besteht aufgrund des Risikos einer Herzerkrankung die Notwendigkeit einer aufmerksamen Beobachtung. Ihr Behandlungsteam ist sich dessen bewusst und wird das Notwendige veranlassen.

 

  1. Sollte ich mich mit dem Coronavirus infizieren: Würden die Therapien gegen das Virus sich negativ auf die Behandlungen gegen meine Krebserkrankung auswirken?
     

Bis dato gibt es noch keine spezifische Therapie für das Coronavirus. Obwohl aktuell intensiv geforscht wird, ist nicht damit zu rechnen, dass vor dem „natürlichen“ Ende der aktuellen Pandemie ein Medikament gegen Corona verfügbar sein wird. Im Moment müssen die Abwehrkräfte des Körpers alleine mit dem Virus fertigwerden.

Die Behandlung zielt zurzeit auf eine Linderung eventuell vorhandener Symptome ab und hängt davon ab, wie ausgeprägt die Symptome sind.

Wenn Sie zurzeit eine Krebstherapie erhalten und diese Therapie Ihre Immunabwehr schwächt, werden die noch ausstehenden Therapietermine möglicherweise verschoben. Wenn nötig, wird Ihr Behandlungsteam darüber entscheiden, ob Frequenz oder Dosierung Ihrer Behandlung verändert werden sollte. Verändern Sie Ihre Therapie bitte nicht in Eigenregie.

 

  1. Ich habe Krebs und Diabetes. Was passiert, wenn ich mich dem Coronavirus infiziere?
     

Wenn Sie sich infizieren, kann es sein, dass Sie keine oder nur leichte Krankheitssymptome entwickeln. Die Infektion kann aber auch einen schweren Verlauf nehmen. Um das zu verhindern, sollten Sie und Ihr unmittelbares Umfeld die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen genau einhalten. Bedenken Sie immer, dass für Sie ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Halten Sie alle Vorsichtsmaßnahmen darum peinlich genau ein.

 

  1. Wird es Einfluss auf meine Behandlung haben, wenn das Gesundheitssystem wegen der Pandemie an seine Grenzen kommt?
     

Eigentlich nicht, denn die erwartete Überlastung wird die intensivmedizinischen Stationen der Krankenhäuser betreffen, nicht die Krebsstationen. Doch man muss in den kommenden Wochen damit rechnen, dass Mitarbeiter des Krankenhauses erkranken oder in andere medizinische Bereiche abgestellt werden, was bis jetzt noch nicht der Fall ist.

 

  1. Besteht die Gefahr, dass es zu Engpässen in der medikamentösen Versorgung kommt?
     

Nicht auf kurze Sicht.

 

  1. Dauert die Erkrankung länger, wenn man Krebs hat?
     

Das kann man nicht sagen. Es könnte sein, dass Sie zwar infiziert sind, aber nicht erkranken oder kaum Symptome zeigen. Aber es ist auch möglich, dass Sie einen schweren Krankheitsverlauf erleben. Um das auszuschließen, sollten Sie und Ihr Umfeld alle Vorsichtsmaßnahmen genau befolgen.

 

  • Sind ältere Menschen, die an Krebs erkrankt sind, einem höheren Komplikationsrisiko ausgesetzt, wenn sie an COVID-19 erkranken?

Ältere Menschen, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen, seien noch stärker als jüngere Menschen gefährdet. Dies ist eine logische Schlussfolgerung, die von chinesischen Forschern gezogen wurde. Da ihre Immunität durch die Behandlungen geschwächt wird, sind sie sowohl für eine COVID-19-Infektion als auch für deren Komplikationen im Krankheitsverlauf anfälliger.

Deshalb ist es unbedingt erforderlich, dass die Angehörigen besonders wachsam gegenüber ihnen sein müssen. Gründliches Händewaschen ist jetzt noch wichtiger als je zuvor. Wenn Sie unter demselben Dach leben, sollte die Zeit in Quarantäne, und natürlich auch die des Kranken, gewissenhaft respektiert werden. Vor allem soll der Kontakt mit der Außenwelt wirklich streng begrenzt werden.

 

  • Welche Medikamente kann ich einnehmen?

Wenn Sie keine COVID-19-Symptome haben, können Sie Ihre Behandlung und Pflege entsprechend den von Ihrem Onkologen vorgeschlagenen Anpassungen fortsetzen. Ihr Onkologe kann, falls erforderlich, die Art und Weise, wie Sie Ihre Behandlung durchführen, ändern.

Falls Sie COVID-19-Symptome haben, benachrichtigen Sie so schnell wie möglich Ihr medizinisches Team. Teilen Sie zudem dem Arzt, der bei Ihnen COVID-19 diagnostiziert hat, mit, dass Sie sich in Krebsbehandlung oder in Krebsnachsorge befinden, damit er sich mit Ihrem Onkologen in Verbindung setzen kann.

Möglicherweise muss Ihr Onkologe die Krebsbehandlung während der Behandlung der Coronavirus-Infektion vorübergehend einstellen, wenn er der Meinung ist, dass dies für Sie das Beste ist, um das Risiko von Komplikationen zu verringern.

Unabhängig davon, ob Sie mit COVID-19 infiziert sind oder nicht, kann Ihr Onkologe Ihnen auch vorschlagen, Ihre Krebsbehandlung von einer intravenösen auf eine orale Therapie umzustellen, damit Sie zu Hause bleiben können. Halten Sie sich in diesem Fall strikt an die Verschreibung, die Ihnen gegeben wird und zögern Sie nicht, bei Schwierigkeiten Ihren Onkologen oder Ihren behandelnden Arzt anzurufen.

 

PATIENT*INNEN, DIE EINE KREBSERKRANKUNG HINTER SICH HABEN

  1. Sind meine Risiken höher, wenn ich eine Krebstherapie erhalten habe – auch wenn ich nun in Remission bin?
     

Nein, wenn Sie komplikationsfrei in Remission sind und eine normale Immunabwehr haben, besteht für Sie kein erhöhtes Risiko. Herceptin-Behandlungen oder eine Hormonbehandlung erhöhen Ihr Risiko nicht.

 

Mit Dank und in Anlehnung an die Fondation Belge contre le Cancer.

 

Aktualisiert am 28. Mai 2020

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